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Dezember 15, 2013 / isabelle

#ttw13 – Ein vituelles Publikumsgespräch – Teil Drei

Heute möchte ich gerne darüber sprechen, was genau mich an der Verbindung von Social Media und Theater interessiert. Zunächst einmal im Bereich der Dramaturgie und Öffentlichkeitsarbeit. Und das ist, da stimme ich Tristan Schwennsen (@gonzo_archivist) zu, eben nicht der „virtuelle Tag der offenen Tür“ via Twitter und Facebook (seinen Blogbeitrag gibt es übrigens hier: http://dramaontwitter.wordpress.com/2013/12/14/zeig-mir-doch-was-die-ttw13-neues-gebracht-hat/). Denn wenn man hinter die Kulissen schauen will, dann macht man das doch am besten direkt beim Theater in der Stadt. Angebote gibt es genug, und außerdem ist meine Erfahrung: Kennst du ein „Theater-hinter-den-Kulissen“, kennst du alle! Trotzdem habe ich natürlich nichts gegen solche Einblicke in das Haus. Sollte da dann jedoch der Gebrauch von Social Media aufhören, finde ich das sehr schade. Denn für mich bieten Medien wie Twitter vor allem die Möglichkeit ins Gespräch zu kommen. Zumindest wünsche ich mir das. (Ob es wirklich passiert, vor allem auch jetzt im Anschluss an #ttw13, bleibt abzuwarten. Immerhin sehe ich in meiner Statistik, dass mein Blog gelesen wird. Viel Resonanz bekomme ich bisher aber nicht.) In meiner Arbeit als Dramaturgin interessiert mich neben der Produktionsdramaturgie vor allem die Vermittlung. Und die besteht klassischerweise etwa aus Einführungen (vor der Vorstellung) und Publikumsgesprächen (nach der Vorstellung). Hier finde ich es vor allem spannend, neue Wege zu gehen. Im Tanzbereich liegt das natürlich näher als im „klassischen“ Sprechtheater. Die dramaturgischen Zugänge sind hier häufig weniger konkret, ich komme gar nicht auf die Idee, zur Einführung erstmal Biografie und Inhaltsangabe des Stückautors runterzuleiern. Ich konzentriere mich dann gerne auf meinen persönlichen Bezug zum Stück, Zugänge, die ich gefunden habe, und mittels derer ich den Zuschauern verschiedene Pfade aufzeigen kann, auf denen sie sich durch das Stück bewegen können. Eine Chance von Twitter wäre hier der Start der Einführung schon früher am Tag der Vorstellung, mit Verlinkungen auf Foto, Video und Textmaterial, welches für das Stück relevant ist.

Heute Sean Paul im @residenztheater! Ich hoffe es werden alle Hits gespielt und vergesst nicht den #purzelbaum http://t.co/iixcPgnW2m #TTW13

— isabelle (@isawap) 13. Dezember 2013

Wenn ihr jetzt auf #revolutionen steht, das ist natürlich keine. Das ist ein ganz pragmatischer Zugang. Aber wieso wird es dann nicht schon längst gemacht? Eine Verlinkung auf die eigene Websiteankündigung zählt da für mich übrigens nicht. Da kann ich doch auch selber nachschauen. „Mehrwehrt“ gleich Null. Geht es um das Publikumsgespräch, dann habe ich da ganz ähnliche Vorstellungen. Das könnte man auch virtuell noch weiterführen und vertiefen. Natürlich muss für beide Vorhaben das Publikum vor allem erst einmal versammelt werden. Vielleicht bin ich naiv, aber ich bin davon überzeugt, dass sich eine gute Social Media Arbeit eines Theaters rumspricht, und für alles andere gibt es ja da noch die „Kolleginnen und Kollegen aus der Öff“. Da kann man sich doch sicher die eine oder andere Aktion ausdenken. Und bitte, liebe Theater: schielt nicht nur nach euren eigenen Followerzahlen, sondern folgt auch eurem Publikum. Twitter ist kein Megaphon. Und wenn ihr es als solches benutzt, dann schalte ich ganz schnell ab. Ein Klick genügt.

Ich bin gespannt, wie es weitergeht. Vielleicht gibt es eine #ttw14 – oder viel besser, das #ttj14: Das Twitter-Theater-Jahr!

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  1. dramaontwitter / Dez 15 2013 20:28

    Stimme Dir voll und ganz zu. Es muss ein Mehrwert geschaffen werden. #TTJ14 wäre eine schöne Möglichkeit für breit angelegte Experimente 🙂

    P.S.: Vielen Dank für die Erwähnung, da fühl ich mich sehr geschmeichelt 😉

    • isabelle / Dez 16 2013 00:01

      Lieber Tristan, danke für dein Feedback. Das „Mehrwert gleich Null“ ist natürlich nur so halb Ernst gemeint. Finde die Diskussion um „Mehrwert“ oft fehlgeleitet. Erstmal müsste man ohnehin bestimmte „Werte“, einen bestimmten „Kurs“ definieren. Mehrwert kann für mich auch schon eine direkte Interaktion sein. Alles aber, was ich selbst in unter 1 Minute ergooglen kann, ist für mich nicht „Wert“ getwittert zu werden. Anders sähe das dann aus, wenn ich als Theater eine konkrete Anfrage von einem Follower hätte zu Details die „eigentlich“ auch etwa auf der Homepage zu finden wären. Da freut man sich dann über einen Link o.ä.

      • dramaontwitter / Dez 17 2013 14:12

        Hej,

        mit „Mehrwert“ meine ich vor allen Dingen etwas, das über das „übliche“ twittern hinausgeht. Eine Aktion wie die #TTW13, die derart beworben wurden, muss mehr bieten als – salopp gesagt – n bünsch Gezwitscher von hinter der Bühne.

Trackbacks

  1. Grenzerfahrung: Twitter-Theater-Woche: Stopp im Residenztheater #TTW13

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