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Dezember 16, 2013 / isabelle

FAZ Feuilleton über die #ttw13 – Ein Kommentar

Da die FAZ etwas länger braucht, um meinen Kommentar freizuschalten, für alle Ungeduldigen hier mein Senf zum Artikel:

Sehr geehrter Jan Wiele,
haben Sie auch einen Twitteraccount? Ich konnte Sie dort leider nicht finden. Vielleicht möchten Sie sich an einer eventuell stattfindenden #ttw14 aktiv beteiligen? Ihr Artikel zeugt imho leider von wenig Verständnis für Twitter-/Netzkultur. Kommen Sie doch gerne mal vorbei, wir beißen nicht! Wenn Sie in ihrem Schlusszitat die alte Kluft zwischen „live und echt“ vs. „vermittelt und virtuell“ aufmachen, möchte man doch erwidern: Twitter IST live und echt. Es arbeitet nicht „gegen“ die Bühne und kann/will sie auch nicht ersetzen. Aber es kann das Geschehen auf und hinter der Bühne erweitern und hinterfragen. Mehr dazu in der noch immer stattfindenden Diskussion auf Twitter unter dem Hashtag #ttw13.
Mit freundlichen Grüßen
Isabelle Wapnitz (@isawap)

Dezember 15, 2013 / isabelle

#ttw13 – Ein vituelles Publikumsgespräch – Teil Drei

Heute möchte ich gerne darüber sprechen, was genau mich an der Verbindung von Social Media und Theater interessiert. Zunächst einmal im Bereich der Dramaturgie und Öffentlichkeitsarbeit. Und das ist, da stimme ich Tristan Schwennsen (@gonzo_archivist) zu, eben nicht der „virtuelle Tag der offenen Tür“ via Twitter und Facebook (seinen Blogbeitrag gibt es übrigens hier: http://dramaontwitter.wordpress.com/2013/12/14/zeig-mir-doch-was-die-ttw13-neues-gebracht-hat/). Denn wenn man hinter die Kulissen schauen will, dann macht man das doch am besten direkt beim Theater in der Stadt. Angebote gibt es genug, und außerdem ist meine Erfahrung: Kennst du ein „Theater-hinter-den-Kulissen“, kennst du alle! Trotzdem habe ich natürlich nichts gegen solche Einblicke in das Haus. Sollte da dann jedoch der Gebrauch von Social Media aufhören, finde ich das sehr schade. Denn für mich bieten Medien wie Twitter vor allem die Möglichkeit ins Gespräch zu kommen. Zumindest wünsche ich mir das. (Ob es wirklich passiert, vor allem auch jetzt im Anschluss an #ttw13, bleibt abzuwarten. Immerhin sehe ich in meiner Statistik, dass mein Blog gelesen wird. Viel Resonanz bekomme ich bisher aber nicht.) In meiner Arbeit als Dramaturgin interessiert mich neben der Produktionsdramaturgie vor allem die Vermittlung. Und die besteht klassischerweise etwa aus Einführungen (vor der Vorstellung) und Publikumsgesprächen (nach der Vorstellung). Hier finde ich es vor allem spannend, neue Wege zu gehen. Im Tanzbereich liegt das natürlich näher als im „klassischen“ Sprechtheater. Die dramaturgischen Zugänge sind hier häufig weniger konkret, ich komme gar nicht auf die Idee, zur Einführung erstmal Biografie und Inhaltsangabe des Stückautors runterzuleiern. Ich konzentriere mich dann gerne auf meinen persönlichen Bezug zum Stück, Zugänge, die ich gefunden habe, und mittels derer ich den Zuschauern verschiedene Pfade aufzeigen kann, auf denen sie sich durch das Stück bewegen können. Eine Chance von Twitter wäre hier der Start der Einführung schon früher am Tag der Vorstellung, mit Verlinkungen auf Foto, Video und Textmaterial, welches für das Stück relevant ist.

Heute Sean Paul im @residenztheater! Ich hoffe es werden alle Hits gespielt und vergesst nicht den #purzelbaum http://t.co/iixcPgnW2m #TTW13

— isabelle (@isawap) 13. Dezember 2013

Wenn ihr jetzt auf #revolutionen steht, das ist natürlich keine. Das ist ein ganz pragmatischer Zugang. Aber wieso wird es dann nicht schon längst gemacht? Eine Verlinkung auf die eigene Websiteankündigung zählt da für mich übrigens nicht. Da kann ich doch auch selber nachschauen. „Mehrwehrt“ gleich Null. Geht es um das Publikumsgespräch, dann habe ich da ganz ähnliche Vorstellungen. Das könnte man auch virtuell noch weiterführen und vertiefen. Natürlich muss für beide Vorhaben das Publikum vor allem erst einmal versammelt werden. Vielleicht bin ich naiv, aber ich bin davon überzeugt, dass sich eine gute Social Media Arbeit eines Theaters rumspricht, und für alles andere gibt es ja da noch die „Kolleginnen und Kollegen aus der Öff“. Da kann man sich doch sicher die eine oder andere Aktion ausdenken. Und bitte, liebe Theater: schielt nicht nur nach euren eigenen Followerzahlen, sondern folgt auch eurem Publikum. Twitter ist kein Megaphon. Und wenn ihr es als solches benutzt, dann schalte ich ganz schnell ab. Ein Klick genügt.

Ich bin gespannt, wie es weitergeht. Vielleicht gibt es eine #ttw14 – oder viel besser, das #ttj14: Das Twitter-Theater-Jahr!

Dezember 14, 2013 / isabelle

#ttw13 – Ein virtuelles Publikumsgespräch – Teil Fünfhundertsechsunddreißig

#ttw13 ist seit gestern vorbei. Jetzt heißt es erstmal: sacken lassen, ankommen. NEIN! Bitte weitersprechen, auf Twitter selbst und im Blog, vituell und real, wohlüberlegt und aus dem Bauch heraus! Und da im Internet immer alles so wahnsinnig schnell geht, und sowieso total unübersichtlich ist: Maximale Überforderung! Also fange ich, bevor wir alles abgeschlossen und zu den Akten gelegt haben, doch direkt mal an mit Wünschen für die #ttw14:

1. Mehr Glitzer! Mehr Einhörner!

2. Eine #ttw14 Stückentwicklung, mit und für die Twittercommunity, also mehr Berührung mit künstlerischen Arbeitsprozessen!

3. Mehr twitternde Mitarbeiter mit eigenen Accounts!

4. …

536. …

Was wünscht ihr euch für die #ttw14?

Dezember 14, 2013 / isabelle

#ttw13 – Ein virtuelles Publikumsgespräch – Teil Eins

Nach diesem schönen Einstieg von  Michael „Mikel“ Bauer @mikelbower (http://mikelbower.de/index.php/ttw13) hier nun auch von mir erste Gedanken zu den #ttw13. Was mir von den Diskussionen geblieben ist, sind verschiedene Eindrücke. Meine Interaktionen bündelten sich in meiner Erinnerung vor allem in Klamauck auf der einen, aber auch in ernsthafte Kritik auf der anderen Seite. Da wir im Theater ja alle grundsätzlich eher humorlos sind (vgl. #nussecke und #purzelbaum), möchte ich mich nun erstmal auf die (u.a. von mir gebrachte) Kritik beziehen. Und die fängt für mich generell, aber vor allem im Theater, schon bei der Sprache an. Was also sagen die Theater, wenn sie mit und über #ttw13 sprechen? Aufgefallen ist mir vor allem der immer wieder benutzte Begriff des „Experiments“. Versteht mich nicht falsch, ich mag‘ zwar Perfektionistin sein, aber ich sehe durchaus auch Chancen im Verfehlen eines Ziels, im bewussten Stecken (zu hoher) Ziele, im Ausprobieren. Nur ist, wenn man etwa das „Förderantragssprech“ gerade im Bereich der freien Szene im Hinterkopf hat, momentan alles „Experiment“, alles „Prozess“ – das, worauf diese jungen Leute stehen, die wir doch alle so unglaublich gerne ins Theater bekommen wollen. Meine Kritik an dem Begriff bezog‘ sich auf eben diese Omnipräsenz des Wortes, das ihn meiner Einsicht nach immer weiter aushölt. Der Begriff „Experiment“ als Vorwegnahme des Scheiterns, als Absicherung, um nicht zu hart zu fallen. Ich hingegen fordere gerade von euch, liebe Theater(macher): Mut zur Klasse. Ich bin kein Versuchskaninchen! Keine Experimente! Informiert, kalkuliert, und gebt euer Bestes! Oder, mit anderen Worten: Let’s get the party started, ihr #Flegel!

Dezember 14, 2013 / isabelle

Was ist das?

Vom 09.12. – 13.12.2013 fanden die ersten Twitter-Theater-Wochen #ttw13 statt. Für mich ein Anlass, dieses Blog noch einmal neu zu starten. Als ich 2009 zu Twitter kam, fand‘ ich dort keine wirklich Community rund um Tanz und Theater. Vielleicht war sie schon da, vielleicht habe ich nur nicht an den richtigen Stellen gesucht. Schnell verlor‘ ich die Lust am Medium – Monologe waren nicht mein Ding – und den üblichen Twitterspaß machten andere schon viel besser als ich. Durch Zufall begann ich mich letzte Woche wieder etwas intensiver mit Twitter auseinanderzusetzen – grade rechtzeitig zur #ttw13! Plötzlich finde ich viele Theaterbegeisterte und auch die Theater beginnen, sich neu mit dem Medium auseinanderzusetzen. Die #ttw13 war ziemlich intensiv, und es wird mehr als nur ein Blogposting brauchen, das alles aufzuarbeiten. Was ich gelernt habe ist, dass sich vieles auf 140 Zeichen dann doch nicht transportiert. Daher nun dieses Blog, um einige Posititionen eingehender zu verhandeln und vor allem: mit euch im Gespräch zu bleiben! Ich freue mich drauf!